Am 30. August 2017 war es soweit: Die HOSPIZ-Initiative Odenwald hatte zum Richtfest für das Rotary-Hospiz in Erbach geladen. Unter Rücksichtnahme auf das schwüle Spätsommerwetter hatten die Veranstalter den Rohbau zu einer provisorischen Veranstaltungsstätte umfunktioniert. Fleißige Hände von ehrenamtlichen Hospizhelferinnen stellten Biertisch-Garnituren auf und boten Getränke und Essbares auf einem improvisierten Buffet.
Zunächst standen aber Ansprachen auf dem Programm. Die HIO-Vorsitzende Dr. Erika Ober begrüßte die Gäste, darunter auch den Spender Dr. Wasserbäch.
Anschließend sprach die Krankenhaus-Pfarrerin Färber-Awischus, die sich in ihrer Rede ausführlich mit dem Begriff „Hospitium“ beschäftigte: Sie schloss ihre Ausführungen mit den Worten: „Geldgebern, Ideengebern, den hart arbeitenden Händen sei allen herzlich gedankt. Sie arbeiten alle für ‚Hospitium‘ – die gastliche Aufnahme“.
Eine launige Rede des Oberbauleiters der ausführenden Firma Weissenburger, Ingo Ciesielski,  brachte die Zuhörer zum Schmunzeln: „Wir haben das Vergnügen, dass wir das Hospiz bauen durften – zumindest schon mal den Rohbau, den Rest bauen wir ihnen auch noch…“
Herr Ciesielski  erklärte auch, dass mancher sich gewundert habe ob des bevorstehenden Termins für das Richtfest, wo doch eine solche Festivität normalerweise erst anberaumt wird, wenn „das Dach drauf ist“. Da es sich bei diesem konkreten Bau allerdings um ein reines Flachdach handelt, musste etwas improvisiert werden.
Um dem alten Brauch doch einigermaßen fachgerecht zu folgen, bat der Oberbauleiter die Gäste – mit „einem Getränk bewaffnet“ – nach draußen, während er selbst über eine bereitstehende Leiter das Flachdach erklomm. Er baute sich dekorativ neben dem Richtbaum auf und deklamierte mit sicherer Stimme den traditionellen Richtspruch. Anschließend erhob er mehrfach sein Glas, um es schließlich – dem Brauch folgend – am Boden zu zerschmettern.
Nachdem die Gäste und die Bauarbeiter sich wieder in die angenehme Kühle des Rohbaus zurückgezogen hatten, ergriff Landrat Matiaske das Wort. Er hob die bisherigen Leistungen aller Beteiligten hervor und drückte seine Zuversicht aus, dass mit dieser Einrichtung eine segensreiche und wichtige Ergänzung des Odenwälder Gesundheitswesens gelingen werde.
Die Veranstaltung klang mit einer geführten Besichtigung durch den Rohbau und einem lockeren Beisammensein der Teilnehmer aus.