Lokales
15. 10. 2016

ERSTER SPATENSTICH Walter Wasserbäch finanziert Gebäude, das mit acht Plätzen würdiges Sterben ermöglichen soll

Rotarier stiftet Hospiz-Neubau

ER­BACH. Der Rot­ary-Club Er­bach-Mi­chel­stadt stif­tet ei­nen Ho­spiz-Neu­bau. Nun ha­ben nach lan­ger Vor­be­rei­tung die Ho­spi­zi­ni­tia­ti­ve Oden­wald e.V. und der Rot­ary Club Er­bach-Mi­chel­stadt den Spa­ten­stich für das neue „Rot­ary Ho­spiz“ beim Kreis­kran­ken­haus in Er­bach voll­zo­gen.

Die et­wa 70 Gäs­te ma­chen deut­lich, wie wich­tig ei­ne Lö­sung für die Ver­sor­gungs­pro­ble­ma­tik im Oden­wald­kreis ist und dass ein gro­ßes Be­wusst­sein so­wohl in Kom­mu­nal­po­li­tik, lo­ka­ler Ge­sund­heits­wirt­schaft und Ge­samt­ge­sell­schaft vor­han­den ist.

Durch die groß­zü­gi­ge Spen­de des Ro­ta­riers Dr. Wal­ter Was­ser­bäch kann nun in Zu­sam­men­ar­beit mit der Rot­ary-Stif­tung der Bau des sta­tio­nä­ren Ho­spi­zes mit acht Plät­zen und gut 700 Qua­drat­me­ter Nutz­flä­che in Er­bach hin­ter dem Kreis­kran­ken­haus ge­star­tet wer­den. Was­ser­bäch be­ton­te, dass die Un­ter­stüt­zung des Pro­jekts per­fekt zum dies­jäh­ri­gen welt­wei­ten Mot­to von Rot­ary In­ter­na­tio­nal pas­se: „Rot­ary ser­ving hu­man­ity“ („Rot­ary im Dien­ste der Mensch­lich­keit“). Ent­schei­dend für sein En­ga­ge­ment sei ein Im­puls­vor­trag der Vor­sit­zen­den der Ho­spi­zi­ni­tia­ti­ve Oden­wald, Dr. Er­ika Ober, und des Pal­lia­tiv­me­di­zi­ners Dr. Hans Lein­ber­ger beim Rot­ary Club Er­bach-Mi­chel­stadt über die Ar­beit der Ini­tia­ti­ve ge­we­sen. Bei der be­treu­en mehr als 60 eh­ren­amt­li­che Mit­glie­der die­ses Ver­eins Men­schen, die dem Le­ben­sen­de na­he­ge­kom­men sind und in Wür­de auf ih­rem letz­ten Le­bens­ab­schnitt be­glei­tet wer­den. Da­bei er­wähn­te Er­ika Ober auch, dass vie­les ein­fa­cher wür­de, wenn ein ge­eig­ne­tes Do­mi­zil da­für zur Ver­fü­gung stün­de – aber da­für feh­le ein­fach das Geld.

Wie Er­ika Ober im Ge­spräch mit dem ECHO er­läu­ter­te, ist der Bau ge­si­chert, denn Wal­ter Was­ser­bäch fi­nan­ziert ihn kom­plett mit­samt der Ein­rich­tung. Aber die dau­er­haf­te Fi­nan­zie­rung be­rei­tet ihr Sor­gen: „Wir hof­fen, die er­sten drei Jah­re mit der Fi­nan­zie­rung zu schaf­fen. Es bleibt eben ein Zu­schuss­be­trieb.“ Ne­ben zwei Groß­spen­dern, der Sil­ber-Bonz-Stif­tung und der Spar­kas­sen-Stif­tung, die jähr­lich je 25 000 Eu­ro bei­steu­ern, kom­men im er­sten Be­triebs­jahr rund 100 000 Eu­ro von den Oden­wäl­der Städ­ten und Ge­mein­den zu­sam­men.

Die Ein­rich­tung „muss nach vier Jah­ren be­legt sein, und soll­te nur fünf Pro­zent Zu­schuss brau­chen“, so Ober. Letzt­lich tra­gen 95 Pro­zent der lau­fen­den Kos­ten die Pa­ti­en­ten, die im Ho­spiz Gäs­te hei­ßen. Das Ar­chi­tek­tur­bü­ro von Pro­fes­sor Dr. Bern­hard Ko­gel aus Karls­ru­he hat nach sorg­fäl­ti­ger Pla­nung und in en­ger Ab­stim­mung mit al­len Be­tei­lig­ten ei­nen Ent­wurf vor­ge­legt. Der fügt sich per­fekt in die Um­ge­bung ein und passt sich an die An­for­de­run­gen ei­ner sta­tio­nä­ren Be­treu­ung an, heißt es in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung der Ho­spi­zi­ni­tia­ti­ve.

Auch dank der Ko­ope­ra­ti­on und Un­ter­stüt­zung des Ge­schäfts­füh­rers der Ge­sund­heits­zen­trum Oden­wald­kreis GmbH, An­dre­as Schwab, ist es jetzt mög­lich, das Ho­spiz in di­rek­ter Nä­he zum Kreis­kran­ken­haus und da­mit zu al­len sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen zu bau­en.

Zu­sätz­lich er­klär­ten sich al­le Bürg­er­meis­ter des Oden­wald­krei­ses be­reit, sich an der Fi­nan­zie­rung des Be­triebs des Ho­spi­zes zu be­tei­li­gen (wie be­rich­tet). Hie­rin liegt ein wei­te­rer Mei­len­stein zur er­folg­rei­chen Um­set­zung der sta­tio­nä­ren Pal­lia­tiv­ver­sor­gung im Oden­wald­kreis. Die Si­chers­tel­lung der be­trieb­li­chen Fi­nan­zie­rung war ei­ne Vor­aus­set­zung für die In­ang­riff­nah­me des Bau­pro­jekts. Nach der Grün­dung der Ho­spi­zi­ni­tia­ti­ve Oden­wald im Jahr 2009 ist de­ren er­klär­tes Ziel, ein sta­tio­nä­res Ho­spiz, nun in greif­ba­re Nä­he ge­rückt. Die eh­ren­amt­lich en­ga­gier­ten Mit­glie­der wer­den auch im Ho­spiz ih­re Ar­beit fort­set­zen und das Fach­per­so­nal bei der Be­glei­tung der Gäs­te un­ter­stüt­zen, ver­si­chert die Ini­tia­ti­ve.

Zu­sam­men­fas­send wird klar, dass das wei­te­re Ge­lin­gen des Vor­ha­bens auch viel per­sön­li­chen Ein­satz von den zu­stän­di­gen Be­hör­den und Be­tei­lig­ten er­for­dert.

Be­son­de­rer Dank der Ini­tia­ti­ve gilt Land­rat Frank Ma­ti­as­ke, den Bürg­er­meis­tern des Oden­wald­krei­ses, der Kran­ken­haus­ver­wal­tung und den in­vol­vier­ten Me­di­zi­nern. „All die und all das ma­chen zu­sam­men das er­folg­rei­che Mit­ein­an­der hier im Oden­wald­kreis aus, zum Woh­le der Idee und des Vor­ha­bens“, so lau­tet das Fa­zit des Ver­eins.